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Von Winfried Kropp (SPD Konstanz) - Geschrieben am 18.03.2010, 10:06

Der Konstanzer gilt als abwartend und zaudernd. Nicht ohne Grund arbeiten die Befürworter des Kongresshauses mit der Parole „Jetzt oder Nie!“, um die bedächtigen Bürger einer „selbstzufriedenen Stadt“ aufzurütteln und die „Bedenkenträger“ ins politische Abseits zu stellen.

Wie stichhaltig ist die Parole? Nicht zum ersten Mal behaupten Freunde des Kongresshauses, die Chance auf einen schönen Konzertsaal sei so groß wie nie zuvor. Dies tat auch Oberbürgermeister Horst Frank und zwar im Jahr 2001.

Trotz regelmäßig wiederkehrender, vermeintlicher Jahrhundert-Chancen hat das Orchester immer noch keinen Konzertsaal. Es stellt sich die grundsätzliche Frage: Haben große Projekte überhaupt noch eine Chance vor dem Urteil der Bürger?

Ja, doch sie müssen wichtige Voraussetzungen erfüllen: Kommunalpolitik geht nur noch mit den Bürgern und nicht gegen sie. Demokratische Stadtplanung ist transparent und bezieht die Einwohner frühzeitig mit ein. Großprojekte brauchen eine solide Finanzierung. Sie sind nur zu schultern, wenn sie mit ausreichend Eigenkapital und nicht ausschließlich über Kredit finanziert werden.

All diese Kriterien erfüllt das Projekt auf Klein Venedig nicht.

Was passiert, wenn die Bürger Nein zum Kongresshaus sagen? Ein Bürgerentscheid kann innerhalb von drei Jahren nur durch einen anderen Bürgerentscheid geändert werden. In dieser Zeit ist ein Kongresshaus auf Klein Venedig tabu. Auf der Tagesordnung bleibt dagegen die Aufgabe, einen angemessenen Konzertsaal für die Südwestdeutsche Philharmonie zu finden. Zu fragen ist außerdem: Welche Möglichkeiten bietet das modernisierte und sanierte Konzilgebäude? Kann ein Saal an einem anderen Standort realisiert werden? Was muss dafür unternommen werden?

Mit einem Nein am 21. März steigt die Chance, dass in Konstanz zum ersten Mal seit annähernd zehn Jahren ergebnisoffen geplant und die Diskussion nicht durch Denkverbote eingeschnürt und in Sackgassen gelenkt wird.



Kommentare (1)

Geschrieben von
utele
am 19.03.2010
um 0:20 Uhr

Dann hoffen wir mal, dass es fürs Quorum reicht, damit anschließend endlich mal eine sinnvolle Variante geplant werden kann.

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