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Von Winfried Kropp (SPD Konstanz) - Geschrieben am 17.03.2010, 14:35

Wirtschaftliche Impulse, Arbeitsplätze, Zukunft: Das Kongresshaus auf Klein Venedig soll all das bringen. Wenn Unternehmen Geld in neue Projekte Investieren, machen sie Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Ohne Business-Plan bekommt kein kleiner Handwerker auch nur 10.000 Euro von der Sparkasse geliehen.

Ganz anders geht die Stadt Konstanz beim Millionen-Projekt Kongresshaus vor: Obwohl die Stadt schon über eine Million Euro für die Vorbereitung ausgegeben hat, gibt es noch keine öffentlich zugängliche Wirtschaftlichkeitsuntersuchung oder gar eine Nutzen-Kosten-Analyse für die Investition. Hin und wieder wird wolkig von einer sogenannten Umweg-Rentabilität gesprochen.

Hinter diesem Begriff, der im Übrigen nichts mit Betriebswirtschaft zu tun hat, verbirgt sich das Eingeständnis: Die Investition in das Kongresshaus lohnt sich nicht, die Folgekosten sind höher als die Erträge, die ein solches Haus erwirtschaften wird. Selbst wenn Zins und Tilgung von der Stadt übernommen werden, wird noch weiteres Geld der Stadt gebraucht.

Genau hier greift der Einwand der Umweg-Rentabilität: Die Gäste im Kongresshaus übernachten in Konstanz, kaufen hier ein und gehen aus. Das erhöht Umsätze und Gewinne, was letztlich auch auf die Steuereinnahmen der Stadt auswirkt. Aber warum macht niemand eine Modell-Rechnung auf und beziffert die Mehreinnahmen auch nur näherungsweise?

Ein Kongresshaus ist eine öffentliche Einrichtung: Das heißt, es wäre vertretbar, wenn die Stadt den Bau mit einem Zuschuss fördert, der nicht verzinst und nicht zurückgezahlt wird. Werden die Baukosten ausschließlich oder überwiegend mit Krediten bezahlt , sieht das anders aus: Hohe Lasten für Zins und Tilgung machen die Investition unwirtschaftlich, die Rentabiltät macht tatsächlich Umwege. Die Umwege sind so groß, dass die Rentabilität wahrscheinlich nie mehr in die Stadtkasse findet.



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